Bliebe noch Punkt drei, die Feuerzeugfabrik. Einige von Euch haben tatsächlich nachgefragt, daher hier ein paar Worte dazu: Es war geplant, eine Fabrik im Norden des Landes zu besuchen, denn im Bekanntenkreis gibt es eine gute geschäftliche Beziehung zu dieser, und da bot sich solch ein kleiner Besuch an. Man hätte sehen können, ob die Arbeitsbedingungen denn stimmen und auch, ob viele Kinder bei der Produktion beteiligt sind. Nachdem die Fabrik-Besitzer zunächst einem Besuch gegenüber aufgeschlossen waren, gab es vorab per Mail eine Vielzahl von Einschränkungen. Man bräuchte zwei Wochen vorher genau Bescheid, und außerdem müssen die Verantwortlichen erst aus Hong Kong anreisen, und naja, irgendwann dachten wir uns, sie wollen wohl doch keine Besucher haben.
Als kleinen Ersatz hier ein paar Eindrücke aus einer Fabrik zur Herstellung von Ess-Stäbchen. Hier gab es vorher garantiert keine Absprachen, denn sie liegt fernab der touristischen Pfade und wir sind eher zufällig mit unserem Guide an ihr vorbeigefahren und legten spontan einen Stop ein.
Die Stäbchen werden aus Bambus hergestellt, der hier überall und auch sehr schnell wächst. Innerhalb von ein bis zwei Jahren kann er unter den hiesigen Bedingungen eine Höhe von 15 Metern erreichen. Überhaupt haben wir auf unserer Reise sehr viel über diese vielseitige Pflanze gelernt. Man kann sie als Ersatz für Stahl für Baugerüste nutzen, in jungen Jahren kann man sie prima essen, sie ist auch ein guter Brennstoff und ja, aus einer ausgewachsenen Pflanze kann man sicher eine riesige Menge Ess-Stäbchen zaubern.
Die Bäume werden in den Wäldern flussaufwärts gefällt und dann einfach ins Wasser geworfen. Die Strömung treibt sie weiter und hier werden sie dann herausgefischt.
Anschließend werden die runden Stücke längs halbiert und mit ein paar sehr einfachen Maschinen so weit zerkleinert, dass sie schon die fertige Endform besitzen.Wir sehen viele recht junge Arbeiter und Arbeiterinnen, die für ihre 6-Tage-Woche umgerechnet etwa 60 Euro im Monat bekommen. Es ist unwahrscheinlich laut, einen Gehörschutz oder überhaupt irgendeinen Schutz vor den vielzähligen Gefahren sehen wir jedoch nirgends. Kinder oder allzu junge Jugendliche zum Glück auch nicht.






