Samstag, 30. Juli 2011

Zurück

Wir sind nun gesund und wohl behalten zurück in Deutschland. Damit könnte diese Geschichte hier schon enden, aber ich möchte dennoch in der nächsten Zeit unsere Reise hier nachträglich dokumentieren, zumal wir doch viel erlebt und fotografiert haben. Warum ich mir die Arbeit mache? Zum einen aus ganz eigennützigen Gründen, um beizeiten meinem Gedächtnis auf die Sprünge helfen zu können, falls ich mal wieder ein paar Details oder ganze Erlebnisse verdrängt habe. Zum anderen interessiert es vielleicht die Daheimgebliebenen unter Euch, die aus welchen Gründen auch immer eine solche Tour nie machen würden oder könnten. Und zum Dritten gibt es noch diejenigen als Zielgruppe, die selbst vor solch einer Tour stehen und ein paar unseren Erfahrungen nutzen möchten, so wie wir selbst auch dankbar die Erlebnisse anderer im Vorfeld zur Vorbereitung genutzt haben.
Ein erster Eintrag sollte sich spätestens in den nächsten Tagen hier finden. Als Vorgeschmack hier vorab ein paar Bilder. (Allerdings nur in klein, um sie später beim entsprechenden Eintrag noch in groß präsentieren zu können.)


 





Mittwoch, 13. Juli 2011

Baeren und Bilder

Anbei wieder ohne viel Text ein paar Bilder der letzten Tage. Nach wie vor geht uns uns sehr gut, das Wetter ist prima und die Leute sind sehr nett. Ende der Woche werden wir uns auf eine 12-Tage-Tour mit dem Kanu begeben, wo mit grosser Sicherheit kein Internet mehr verfuegbar sein wird.
Laengere Texte wird es diesmal wohl erst nach dem Urlaub geben, ebenso wie bearbeitete Bilder.
(Da die Technik gerade nicht mitspielt, ist das zweite Bild etwas versetzt. Ich bitte um Nachsicht.)
Das Thema "Baeren" ist bei uns nach wie vor (wie bei fast allen Touristen hier) recht dominant, aber wir sind zuversichtlich, dass wir alles ueber das richtige Verhalten wissen, um ohne Gefahr zelten zu koennen. Die wenigen Begegnungen bisher verliefen recht unspektakulaer: Zwei Baeren sind vor uns gefluechtet, dieser hier liess sich nicht stoeren und kaute in Ruhe seinen Blumensalat.



Montag, 11. Juli 2011

"Nacht"

Hallo mal wieder!
Wir hätten sicher viele schöne Bilder zu zeigen und Geschichten zu erzählen, aber dieses mal müssen wir das wohl nachträglich tun, da normale Internet-Cafes zu selten sind und wir meist nur vom Handy via WiFi senden können.
Jedenfalls geht es uns bestens & wir werden demnächst auch wieder schreiben. Anbei noch ein Bild der sehr mäßigen Handy-Kamera, das unseren aktuellen Ausblick um 1 Uhr nachts vom Camping-Platz in Haines Junction zeigt.
photomap

Freitag, 8. Juli 2011

Yukon

Ohne viele Worte ein paar erste Impressionen aus der Umgebung von Whitehorse (Yukon / Kanada).




Sonntag, 29. November 2009

Chopsticks

Vor Beginn unserer Reise hatten wir ja über drei voraussichtliche Aktionen im Urlaub spekuliert und diese auch hier angekündigt. Ich zitiere mal die eigenen Worte:

"Aller Voraussicht nach werden wir Tauchen gehen, uns von den Einheimischen mit dem Motorroller über den Haufen fahren lassen und als europäische Gesandte eine Feuerzeug-Fabrik besichtigen."

Gut, die Tiefe des Meeres haben wir uns angesehen. Im zweiten Punkt weicht die Realität etwas ab, denn ich wurde nur von einem Fahrrad und nicht von einem Roller angefahren. Glücklicherweise war es nicht weiter schlimm, aber über den stark betrunkenen vietnamesischen Fahrer, der nicht einen Laut der Entschuldigung von sich gegeben hat und einfach weiterfuhr, habe ich mich schon etwas geärgert.
Bliebe noch Punkt drei, die Feuerzeugfabrik. Einige von Euch haben tatsächlich nachgefragt, daher hier ein paar Worte dazu: Es war geplant, eine Fabrik im Norden des Landes zu besuchen, denn im Bekanntenkreis gibt es eine gute geschäftliche Beziehung zu dieser, und da bot sich solch ein kleiner Besuch an. Man hätte sehen können, ob die Arbeitsbedingungen denn stimmen und auch, ob viele Kinder bei der Produktion beteiligt sind. Nachdem die Fabrik-Besitzer zunächst einem Besuch gegenüber aufgeschlossen waren, gab es vorab per Mail eine Vielzahl von Einschränkungen. Man bräuchte zwei Wochen vorher genau Bescheid, und außerdem müssen die Verantwortlichen erst aus Hong Kong anreisen, und naja, irgendwann dachten wir uns, sie wollen wohl doch keine Besucher haben.
Als kleinen Ersatz hier ein paar Eindrücke aus einer Fabrik zur Herstellung von Ess-Stäbchen. Hier gab es vorher garantiert keine Absprachen, denn sie liegt fernab der touristischen Pfade und wir sind eher zufällig mit unserem Guide an ihr vorbeigefahren und legten spontan einen Stop ein.

Die Stäbchen werden aus Bambus hergestellt, der hier überall und auch sehr schnell wächst. Innerhalb von ein bis zwei Jahren kann er unter den hiesigen Bedingungen eine Höhe von 15 Metern erreichen. Überhaupt haben wir auf unserer Reise sehr viel über diese vielseitige Pflanze gelernt. Man kann sie als Ersatz für Stahl für Baugerüste nutzen, in jungen Jahren kann man sie prima essen, sie ist auch ein guter Brennstoff und ja, aus einer ausgewachsenen Pflanze kann man sicher eine riesige Menge Ess-Stäbchen zaubern.

Die Bäume werden in den Wäldern flussaufwärts gefällt und dann einfach ins Wasser geworfen. Die Strömung treibt sie weiter und hier werden sie dann herausgefischt.

Mit einer Art Seilwinde kommen sie nach oben und werden dann in ess-stäbchen-lange Stücke gesägt. Die grosse Säge wird von einem jungen Mann bedient, der nur noch ein Bein hat. Die Vermutung liegt nahe, dass das etwas mit dem sich eher ungeschützt bewegenden Sägeblatt zu tun hat, aber wir fragen nicht nach.

Anschließend werden die runden Stücke längs halbiert und mit ein paar sehr einfachen Maschinen so weit zerkleinert, dass sie schon die fertige Endform besitzen.

Im Anschluss werden sie nach Hanoi gefahren, wo sie nur noch lackiert und verpackt werden.

Um nicht allzu aufdringlich zu werden, verzichten wir auf Fotos im Inneren der Fabrik. Ja, die Hütte ohne Wände und mit dem Blechdach ist tatsächlich die gesamte Fabrik.
Wir sehen viele recht junge Arbeiter und Arbeiterinnen, die für ihre 6-Tage-Woche umgerechnet etwa 60 Euro im Monat bekommen. Es ist unwahrscheinlich laut, einen Gehörschutz oder überhaupt irgendeinen Schutz vor den vielzähligen Gefahren sehen wir jedoch nirgends. Kinder oder allzu junge Jugendliche zum Glück auch nicht.
Die Gewinnspanne muss angesichts der niedrigen Löhne und Materialkosten wirklich enorm sein, gerade wenn sie in der westlichen Welt verkauft werden sollten. So bekommt man eine gute Ahnung, warum grosse Firmen wie Nike in Vietnam bzw. Asien produzieren lassen. Die Einheimischen hier sind zwar froh, einen Job und regelmäßig Geld in der Tasche zu haben, aber von einem fairen Verhältnis zwischen dem Endpreis und ihrem Lohn sind sie meiner Meinung nach weit entfernt. Eine schwierige moralische Problematik, die uns aber in den weiteren Jahren der Globalisierung sicher noch desöfteren zu denken geben wird. Gerne höre ich Eure Meinungen dazu.

Kleines Detail am Rande: Die fertigen Stäbchen werden mit einem alten DDR-Laster abtransportiert. Die gibt es hier haufwenweise, verrichten sie doch zuverlässig ihren Dienst und spenden müden Tieren Schatten.

Bis bald
A.

Montag, 23. November 2009

Zurück

Hallo aus Deutschland,

Seit Samstag sind wir nun wieder zurück, und sofern uns keine Spätfolge der Moskitostiche mehr ereilt, sind wir noch gesund und munter. (Munter ist relativ: die Zeitverschiebung bewirkt, dass wir abends um neun schon sehr müde, dafür morgens vor sechs Uhr wieder hellwach sind.)
Wir hatten eine sehr schöne Zeit in Vietnam und können dieses Land bedenkenlos als Urlaubsziel weiterempfehlen. Gut, Ihr solltet geübt im Umgang mit Ess-Stäbchen und generell offen für neue Erfahrungen sein, aber ich gehe mal davon aus, dass die Mallorca-Party-Jünger unter der Leserschaft eher den kleineren Anteil stellen.
Da wir noch so viele Geschichten, Erlebnisse und Bilder mitzuteilen haben, möchte ich sehr gerne noch weitere Beiträge hier schreiben. Schaut einfach ab und zu mal rein!

Viele Grüße
A.

Sonntag, 15. November 2009

Wieselkaffee, Papaya und Meer

Hallo aus den Bergen Vietnams!

Wir sind auf einer der letzten Stationen unserer Reise angekommen und befinden uns aktuell auf ca. 1700 Meter Hoehe in Dalat, wo mit etwa 20 Grad Celsius eine fuer uns sehr angenehme Temperatur herrscht.
Nach dem letzten Bericht hier haben wir uns einen Inlandsflug in Richtung Sueden gegoennt, um nicht wieder zwoelf Stunden lang in einem unbequemen Reisebus darueber nachdenken zu muessen, ob nun die Bustoilette, der Zigarettenqualm oder die Kaesefuese der Mitreisenden am meisten stinken. Da die Holzklasse schon ausgebucht war, konnten wir zudem fuer schlappe 45 Euro den Komfort geniessen, in der ersten Klasse zu fliegen. Gelandet sind wir in Nha Trang, einer furchtbar touristischen Hafenstadt, in der man alle fuenf Minuten gefragt wird, ob man nicht ein (fotokopiertes) Buch, eine Sonnenbrille oder sonstigen Klimbim kaufen moechte. Geblieben sind wir dennoch zwei Naechte, denn diese Stadt ist beruehmt fuer die vielfaeltigen Moeglichkeiten des Tauchens. Wir machten zwei etwa 50-minuetige Tauchgaenge, die uns auf 17 Meter Tiefe brachten. Neben einigen neugierigen Kalmaren (Tintenfischen), drei Seepferdchen und vielen anderen Meeresbewohnern konnten wir vor allem sehen, wie die Einheimischen mit ihrer Dynamitfischerei die Korallen zerstoert haben. Daher beliessen wir es dabei und verliessen die weniger schoene Stadt, um uns fuer ein paar Tage an einem paradiesischen Strand zu erholen.

Hier der Sonnenaufgang um 5:45 Uhr, beobachtet direkt von einer Liege auf der Terrasse unseres Zimmers.

Bei Tage war die Aussicht wirklich ueberwaeltigend. In der Mittagshitze verdauten wir unter Palmen unser Vier-Gaenge-Mittagsmenue, um etwas spaeter dann im glasklaren Wasser zu planschen.

Das Ressort, in dem wir nahezu die einzigen Gaeste waren (12 Euro pro Person, all inclusive), wurde von einem urigen Franzosen aufgebaut, der mit 70 Jahren nach Vietnam ausgewandert ist, um sich diesen Traum zu erfuellen. Mittlerweile ist er 83, sein juengster Sohn ist sechs Jahre alt (!) und er schaut sich immer noch aktiv nach huebschen Frauen um. Die ein bis zwei Kilogramm Papaya, die er taeglich verspeist, scheinen wirklich fit zu halten.
Apropos leibliches Wohl: Ich habe schon oft davon gehoert und mich mit manchen von Euch darueber unterhalten, und heute konnte ich ihn endlich mal mit eigenen Augen sehen: den vietnamesischen Wieselkaffee. Die Kaffeebohnen werden hierbei von Wieseln verspeist und Tage spaeter halb verdaut wieder ausgeschieden. Durch die Magensaeure der Wiesel hat der resultierende Kaffee dann wohl ein ganz besonderes Aroma. Eine Kostprobe ist gekauft, und wehe, einer von Euch kneift dann beim Trinken! ;-)

Viele Gruesse und bis bald, dann wohl aus Ho-Chi-Minh-Stadt oder dem Mekong-Delta.
Im Anhang wie immer noch ein paar Bildchen ohne konkreten Zusammenhang.
C. & A.

Diese beeindruckend grosse Buddha-Statue wurde einigen Moenchen gewidmet, die sich aus Protest gegen die Regierung in den 60er Jahren selbst entzuendet haben.

"Unser" Sunny-Girl Lisa hilft uns Amateuren dabei, den leckeren Fisch in graetenfreie mundgerechte Stueckchen zu zerlegen.

Der farbenpraechtigen Kulisse Hoi Ans sei Dank dafuer, dass sich das Mitbringen meines Statives endlich mal gelohnt hat.