Sonntag, 15. November 2009

Wieselkaffee, Papaya und Meer

Hallo aus den Bergen Vietnams!

Wir sind auf einer der letzten Stationen unserer Reise angekommen und befinden uns aktuell auf ca. 1700 Meter Hoehe in Dalat, wo mit etwa 20 Grad Celsius eine fuer uns sehr angenehme Temperatur herrscht.
Nach dem letzten Bericht hier haben wir uns einen Inlandsflug in Richtung Sueden gegoennt, um nicht wieder zwoelf Stunden lang in einem unbequemen Reisebus darueber nachdenken zu muessen, ob nun die Bustoilette, der Zigarettenqualm oder die Kaesefuese der Mitreisenden am meisten stinken. Da die Holzklasse schon ausgebucht war, konnten wir zudem fuer schlappe 45 Euro den Komfort geniessen, in der ersten Klasse zu fliegen. Gelandet sind wir in Nha Trang, einer furchtbar touristischen Hafenstadt, in der man alle fuenf Minuten gefragt wird, ob man nicht ein (fotokopiertes) Buch, eine Sonnenbrille oder sonstigen Klimbim kaufen moechte. Geblieben sind wir dennoch zwei Naechte, denn diese Stadt ist beruehmt fuer die vielfaeltigen Moeglichkeiten des Tauchens. Wir machten zwei etwa 50-minuetige Tauchgaenge, die uns auf 17 Meter Tiefe brachten. Neben einigen neugierigen Kalmaren (Tintenfischen), drei Seepferdchen und vielen anderen Meeresbewohnern konnten wir vor allem sehen, wie die Einheimischen mit ihrer Dynamitfischerei die Korallen zerstoert haben. Daher beliessen wir es dabei und verliessen die weniger schoene Stadt, um uns fuer ein paar Tage an einem paradiesischen Strand zu erholen.

Hier der Sonnenaufgang um 5:45 Uhr, beobachtet direkt von einer Liege auf der Terrasse unseres Zimmers.

Bei Tage war die Aussicht wirklich ueberwaeltigend. In der Mittagshitze verdauten wir unter Palmen unser Vier-Gaenge-Mittagsmenue, um etwas spaeter dann im glasklaren Wasser zu planschen.

Das Ressort, in dem wir nahezu die einzigen Gaeste waren (12 Euro pro Person, all inclusive), wurde von einem urigen Franzosen aufgebaut, der mit 70 Jahren nach Vietnam ausgewandert ist, um sich diesen Traum zu erfuellen. Mittlerweile ist er 83, sein juengster Sohn ist sechs Jahre alt (!) und er schaut sich immer noch aktiv nach huebschen Frauen um. Die ein bis zwei Kilogramm Papaya, die er taeglich verspeist, scheinen wirklich fit zu halten.
Apropos leibliches Wohl: Ich habe schon oft davon gehoert und mich mit manchen von Euch darueber unterhalten, und heute konnte ich ihn endlich mal mit eigenen Augen sehen: den vietnamesischen Wieselkaffee. Die Kaffeebohnen werden hierbei von Wieseln verspeist und Tage spaeter halb verdaut wieder ausgeschieden. Durch die Magensaeure der Wiesel hat der resultierende Kaffee dann wohl ein ganz besonderes Aroma. Eine Kostprobe ist gekauft, und wehe, einer von Euch kneift dann beim Trinken! ;-)

Viele Gruesse und bis bald, dann wohl aus Ho-Chi-Minh-Stadt oder dem Mekong-Delta.
Im Anhang wie immer noch ein paar Bildchen ohne konkreten Zusammenhang.
C. & A.

Diese beeindruckend grosse Buddha-Statue wurde einigen Moenchen gewidmet, die sich aus Protest gegen die Regierung in den 60er Jahren selbst entzuendet haben.

"Unser" Sunny-Girl Lisa hilft uns Amateuren dabei, den leckeren Fisch in graetenfreie mundgerechte Stueckchen zu zerlegen.

Der farbenpraechtigen Kulisse Hoi Ans sei Dank dafuer, dass sich das Mitbringen meines Statives endlich mal gelohnt hat.

Sonntag, 8. November 2009

Staatsoberhaeupter, tot und lebendig

Hallo aus Hoi An in Zentralvietnam,

Wir haben in den letzten Tagen wieder einige hundert Kilometer Richtung Sueden hinter uns gebracht und dabei das noerdliche Vietnam verlassen. Hier sind nun wieder einige Dinge anders als im Norden, beispielsweise bietet das Essen wieder neue leckere Varianten, aber weiterhin sind die Menschen sehr freundlich und sprechen jetzt sogar noch haeufiger Englisch. Dies ist dem Umstand zu verdanken, dass wir uns dem Sueden naehern, der ja zu Zeiten des Vietnamkrieges von den USA unterstuetzt wurde. Mit diesem Krieg haben wir uns in den letzten Tagen viel beschaeftigt, und er ist in all seinen Phasen nicht leicht nachzuvollziehen, zumal er ja knapp 30 Jahre dauerte und somit noch viel mehr umfasst als die 10 Jahre, in denen die US-Amerikaner mit ihren Truppen hier sehr aktiv beteiligt waren.
Vorgestern waren wir in der Demilitarisierten Zone, dem sogenannten Hot Pot waehrend des Krieges. Dort fand ein Grossteil der Kampfhandlungen statt, wodurch sich manche Doerfer veranlasst sahen, ihr Leben fuer letztlich sechs Jahre zum Grossteil in Tunneln zu verbringen.
Diesen bis zu 23m tief gelegenen Anlagen kann man nur mit Respekt begegnen, denn sowohl der Bau als auch das Leben darin forderten sicher viel Willen, Kraft und Ausdauer.
Nahm der Bombenhagel kein Ende, verbrachten 400 Leute bis zu 10 Tage und Naechte dauerhaft in dieser Anlage.
In Hue besichtigten wir die Verbotene Stadt und die Grabanlagen diverser vietnamesischer Kaiser. Kaum anderen Graebern vergleichbar erstreckt sich ein einzelnes Grab locker ueber mehr als einen Quadratkilometer, birgt Seen, Inseln und eine Vielzahl (zum Teil mehr als 50) pompoese Gebaeude. Die Bauzeit betrug beispielsweise im Falle des Kaisers Tu Duc mehr als 10 Jahre. Sein Leichnam selbst wurde nicht hier beigesetzt, sondern an einem geheimen Ort, zusammen mit vielzaehligen Schaetzen. Dieser Ort ist offiziell nach wie vor nicht gefunden worden, zumal die 200 Arbeiter, die es errichteten, im Sinne der Geheimhaltung allesamt gekoepft wurden.

Ein kleiner Eindruck der Tu-Duc-Grabanlage.


Dieses Hauptgebaeude des Grabes von Khai Dinh zeigt aufgrund der franzoesischen Besatzung starke europaeische Einfluesse.

Das Innere ist, obwohl schon viele Prunkstuecke entnommen wurden, noch immer sehr imposant.


Mittlerweile sind wir im wunderschoenen Hoi An angekommen, wo wir zur Abwechslung mal wieder einen strahlend blauen Himmel bewundern koennen. Es sind auch noch einige Spuren des kuerzlich hier wuetenden Taifuns Mirinae zu sehen, aber von dem haben wir zum Glueck nicht viel mitbekommen. Weiter unten noch zwei kleine Schnappschuesse am Rande.
Liebe Gruesse und bis bald
C. & A.
Das malerische Hoi An. Nicht umsonst ist die Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe erklaert worden.
Eine white lipped snake in freier Wildbahn. Sie hat offensichtlich gerade eine Mahlzeit zu sich genommen und nutzt dieses Tarnversteck, um sie in Ruhe zu verdauen.

Bei Besuch der verbotenen Stadt gab es ploetzlich viel Tam-Tam, und welch Zufall: wir konnten die daenische Koenigin Margrethe II, Kronprinz Frederik und seine Frau Kronprinzessin Mary aus naechster Naehe beobachten.

Mittwoch, 4. November 2009

In Vietnam essen sie Katzen

Menschen toeten Tiere, Menschen essen Tiere. Beides ist eng miteinander verbunden, und das schon seit Jahrtausenden.
Auf den einzelnen Kontinenten herrschen sehr unterschiedliche Meinungen darueber, welche Tiere man als Mahlzeit serviert und welche aus Gruenden wie Ekel oder Niedlichkeit dafuer nicht geeignet sind. In Europa findet man es ok, die Leber eines Schweines in dessen Darm zu servieren oder vergorenen Fisch in Dosen zu verkaufen. In Afrika kommen Heuschrecken auf den Tisch, in Australien ueberfahrene Kaenguruhs und in Asien wird so gut wie alles verspeist. Welches Land nun die beste Variante gewaehlt hat, vermag ich nicht zu beurteilen. Sollten wir intelligente Tiere verschonen? Manche Quelle zeigt, dass beispielsweise Schweine intelligenter sind als Hunde und Kuehe intelligenter als Schweine. Dennoch werden in unserer Kultur Millionen von Rindern, die niemals einen Grashalm gesehen oder gegessen haben, durch industrielle Produktion in portionsgerechten Haeppchen im Supermarkt serviert.
Oder ist es die Niedlichkeit? Katzen sind niedlich, Hunde sind niedlich, kleine Ferkel sind niedlich. Kleine Kaelber werden in Deutschland genauso gerne verspeist wie kleine Laemmer, die aelter gewordenen Ferkel natuerlich auch. Aber Hunde wuerde niemand anruehren.
Meiner Meinung nach sollten wir alle deutlich mehr Pflanzen und weniger Tiere auf die Teller legen. Die asiatische Art, die Tiere bezueglich ihrer Qualifikation als Saettigungslieferant nicht weiter zu unterscheiden, scheint mir zumindest konsequent, denn es zaehlt weder Niedlichkeit noch Intelligenz. Die europaeische Sichtweise dazu kommt mir eher heuchlerisch vor, denn es werden die Essgewohnheiten anderer Laender stark in Frage gestellt, waehrend man selbst Massen von Fleisch verzehrt, welches unter sehr widrigen Umstaenden produziert wird. (Fuer Details hierzu empfehle ich Filme wie "We feed the world" oder den kostenlos erhaeltlichen "Home" sowie diverse Veroeffentlichungen von Greenpeace oder der nicht unumstrittenen
PETA
.)

Wie dem auch sei, hier ein paar Essgewohnheiten eines typischen Vietnamesen, mit dem wir kuerzlich sprachen:
- 1 bis 2 mal im Monat gibt es Hundefleisch.
- 3 bis 4 mal im Jahr isst man hierzulande Katzenfleisch. Fritiert oder gekocht, ja nach Lust und Laune.
- Ab und zu gibt es Schlangen, Schnecken, Froesche und sonstige Tierarten.
- Beliebt sind desweiteren Enteneier, die etwa 15 bis 20 Tage im Nest lagen. Das Embryo ist also gut ausgereift, mit Knochen und manchmal auch schon Schnabel. Das ganze wird dann gekocht serviert.
- Gerne werden Fleischgerichte mit proteinreichen Maden angereichert. Wir erlebten das einmal, als wir ein paar unidentifizierbare, lecker aussehende gebratene Fladen an einem Strassenladen kauften. Erst nach den ersten Bissen entdeckten wir die Eiweiss-Bomben und gaben den Rest der Portion einem Hund, dessen Besitzer sich nur wunderten.

Gestern machten wir einen Spaziergang ueber den hiesigen Fleischmarkt, bei dem uns beiden etwas flau im Magen wurde. Zumindest die Hundeliebhaber unter Euch sollten die folgenden Bilder nicht bis unten durchsehen.

Knackige Froesche, schoen saftig.

Ein paar Voegel, von denen mindestens einer noch mit letzter Kraft den Kopf hob.

Wein mit einem kleinen Geschmacksverstaerker in Form eines gruenen Leguans. "It's good for the men!" Ne, ist klar!

Ein paar flutschige Schlaenglein. Der Reifen soll wohl die Fluchtversuche vereiteln.

Die Koepfe dienen nicht nur als Deko, sondern werden auch gerne verspeist.

Ebenso wie die Koerper, versteht sich.

Das war es auch schon mit unappetitlichen Bildern. Die naechsten Beitraege behandeln wieder schoenere Themen, versprochen!

Viele Gruesse
A.

Dienstag, 3. November 2009

Drei Tage in den Bergen

Hallo noch immer aus Ninh Binh,
Die letzten drei Tage verbrachten wir in den nahe gelegenen Bergen in sehr urspruenglichen kleinen Doerfern, in denen wir die einzigen Touristen weit und breit waren.
Gemeinsam mit unserem Guide Xuan und seinem Fahrer machten wir uns am Samstag morgen in einem komfortablen Gelaendewagen auf den strapazioesen Weg in das ca. 200 km entfernte Dorf Pu Luong, das aus ca. 50 kleinen Bauernhoefen besteht.

Von links nach rechts: unser Fahrer, die 9-jaehrige Huyen und unser Guide. Uns beide kennt Ihr ja :-)

Wir wurden sehr herzlich empfangen und bestaunt, denn Menschen mit blonden Haaren sieht man hier wohl nicht alle Tage. Den ersten Tag und auch die Nacht verbrachten wir bei einer kleinen Familie bestehend aus Mutter, Vater und der Tochter Huyen. Ihr Zuhause besteht aus einem schoenen Holzhaus auf Stelzen, in dem sich – wie hier ueblich – nur ein grosser Raum befindet, in dem alle schlafen. (Manchmal auch acht Personen aus vier verschiedenen Generationen einer Familie.) Die Einrichtung war, wie nicht anders zu erwarten, sehr spaerlich, und die Reinlichkeit in manchen Hoefen hier liess fuer uns verwoehnte Europaer schon sehr zu wuenschen uebrig. In unserem Haus war es in Ordnung, aber in anderen Familien, die wir besuchten, wurde uns beispielsweise Tee angeboten, in dem sich noch einige Ameisen befanden (tote und lebendige), und ueber die Toiletten moechten wir auch nicht viele Worte verlieren.

Ein Haus aehnlich dem, in dem wir die Nacht verbrachten. Viel idyllischer geht es kaum.

Abgesehen von diesen kleinen Unannehmlichkeiten hatten wir viel Grund zur Freude: eine einmalige Landschaft, sehr leckeres Essen (wer haette es gedacht: Reis) und aeusserst nette Menschen. Zudem konnte uns unser Guide alle Fragen beantworten, die sich uns so stellten, beispielsweise, warum hier so viele Maenner lange Fingernaegel haben oder wie oft man hier die Tiere verspeist, die in Deutschland als Haustiere gehalten werden. (Dazu spaeter mehr.)

Der Reis steht hier schon in seiner vollen Bluete und wird in den naechsten Tagen abgeerntet. Durch die Terrassen ist gewaehrleistet, dass das Wasser gleichmaessig und langsam von oben nach unten alle Felder durchlaeuft.

Die Bauern betreiben die Landwirtschaft in erster Linie fuer ihre eigenen Mahlzeiten. Von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr abends (mit einer mehrstuendigen Mittagspause) arbeiten sie auf ihren Reisfeldern, die sehr durchdacht angelegt wurden. Kaum ein Haus verfuegt ueber Maschinen, allenfalls die Wasserbueffel helfen bisweilen, den schweren Pflug durch die Felder zu ziehen. Die Tiere der Hoefe landen zwar frueher oder spaeter im Topf, aber bis dahin fuehren sie ein relativ freies und glueckliches Leben, denn sie koennen sich fast den ganzen Tag frei bewegen und kommen abends freiwillig wieder zu ihrem Hof zurueck.
Wir sind viel durch die Berge gewandert, waren bei einigen Familien zu Gast, haben das ruhige hiesige Leben im Einklang mit der Natur kennen gelernt und auch so einiges ueber die Vielseitigkeit von Reis und Bambus erfahren.
Eine wunderschoene Zeit, an die wir sicher noch lange denken werden.
Im Anhang noch einige Portraet-Fotos aus den Bergen.
Viele Gruesse
C. & A.

Die aeltere der beiden Damen ist uebrigens die Oma, nicht die Mutter. Im Hintergrund ist das grosse Familienzimmer aehnlich dem unseren gut erkennbar.

Sehr schuechtern praesentiert uns diese junge Schoenheit ihr Sonntagskleidchen.

Gerade vom Sonntags-Markt heim gekehrt freut sich diese Frau ueber ihren nun leeren Warenkorb.

Einer der aelteren Dorfbewohner. Wir sahen auch 90-jaehrige Frauen, die noch sehr aktiv im Haushalt mitwirkten.

Freitag, 30. Oktober 2009

Tam Coc & Hoa Lu

Hallo zum zweiten Mal aus Vietnam,

Bevor wir uns fuer zwei Tage in die Wildnis verabschieden, wo es wohl kaum Strom und schon gar kein Internet geben wird, lassen wir mal wieder von uns hoeren.
Vorgestern waren wir in der Halong-Bucht, die zu den Finalisten bei der Wahl zu den neuen Weltwundern und auch zum UNESCO-Weltnaturerbe zaehlt. Bislang kannten wir sie nur von Bildern, aber erst nachdem wir fast einen gesamten Tag damit verbracht haben, uns von einem Boot aus einen Teil der etwa 2.000 Kalkfelsen anzusehen, konnten wir die Erhabenheit dieser Szenerie erfassen. Naturgruenes Wasser, einmalige Felsformationen, und dazwischen kaum mehr als ein paar einheimische Fischer mit ihren traditionellen Holzbooten.

Dieser Ausblick bot sich uns von einer grossen Hoehle, die ein beliebter Touristenanlaufpunkt ist. Hier sind im Gegensatz zum Rest der Bucht recht viele Boote zu sehen.

Heute verbrachten wir den Tag damit, uns von zwei Guides auf Motorraedern durch die Gegend chauffieren und uns die lokalen Sehenswuerdigkeiten naeher bringen zu lassen. (Kostenpunkt 6 Euro pro Person, inklusive Sprit.) Wir sahen einige chinesische Tempel, die typischen vietnamesischen Reisfelder, wieder viele Kalksteinformationen und noch einiges mehr.

Der Wasserbueffel sieht von weitem zwar ganz friedlich aus, aber als ich etwas weniger Distanz und seine volle Aufmerksamkeit hatte, war mir doch etwas mulmig zumute.

In einem Tempel uebernahm ein wohl taubstummer Einheimischer kurzerhand die Fuehrung fuer uns, und ehe wir uns versahen, befanden wir uns auf einer waghalsigen Klettertour in schwindelerregende Hoehen. Letztlich war es doch sehr lohnenswert, denn der Ausblick und die vom Guide (mit meiner Kamera) gemachten Fotos von uns haben die Strapazen voll ausgeglichen.

Als der Guide erstmal meine Kamera in der Hand hatte, wollte er sie garnicht mehr hergeben. Wir liessen ihm fuer 5 Minuten bzw. 30 Fotos die Freude.

Aktuell sind wir in Ninh Binh, einer kleinen Stadt ca. 90 km entfernt von Hanoi. Sie wurde uns als sehr ruhig und entspannt beschrieben, was zwar im Allgemeinen stimmt, jedoch fuer die Hauptstrassen keineswegs zutrifft. Der Verkehr ist hier aehnlich chaotisch wie schon in Hanoi, und vielleicht kann eine kurze Szene, die wir dort beobachten konnten, es am besten zeigen:



Weiterhin sind hier alle sehr freundlich und wir geniessen die Zeit. Abgesehen von dem Taifun, den sie fuer die naechsten Tage angekuendigt haben, fuehlen wir uns sehr sicher und haben viel Vertrauen in die Menschen hier, was bei unserem letzten Urlaub ja keineswegs immer der Fall war.

Viele Gruesse in die Heimat. Schneit es bei Euch schon? ;-)
C. & A.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Motorbike, cheap, cheap!

Hallo zusammen,

Hier unser erster Blogeintrag aus dem fernen Asien. Unsere Anreise war trotz der insgesamt recht langen Dauer recht angenehm. Ein grosses Lob an China Airlines, die ein tolles Unterhaltungsprogramm sowie ueberdurchschnittlich gutes Essen an Bord bieten.
In Hanoi zogen wir am Geldautomaten erstmal vier Millionen, leider nur Dong, keine Euro. Dann wieder – wie schon in Zentralamerika – die Massen der Taxifahrer, die sich um einen reissen. Gluecklicherweise wussten wir bereits von der Taxi-Mafia hier, die einen gerne zu Nachbauten der teuren Hotels chauffiert, mit einem Taxameter, das den dreifachen Takt der ueblichen Geraete zaehlt. Der chaotische Strassenverkehr als Produkt einer nicht vorhandenen Verkehrsplanung war wirklich extrem, selbst im Vergleich zu den Grossstaedten unserer letzten Reise. Dutzende von Motorollern, die sich gleichzeitig auf einer Strasse befinden, machen jede Ueberquerung trotz Ampeln und Zebrastreifen zu einem Abenteuer.

Selbst eine Strasse wie diese hier laesst sich heil ueberqueren, wenn man einfach nur selbstbewusst und mit gleichmaessig langsamem Tempo vorwaerts laeuft.

Die engen Gassen der Altstadt von Hanoi verspruehen unserem gedruckten Reisefuehrer zufolge ein Flair des "wahren Asiens", aber dank der ganzen Motoroller, den zum Teil aufdringlichen Strassenverkaeufern und der schwuelen Wetterlage war uns das schnell zu anstrengend, weswegen wir nach zwei Uebernachtungen in der Haupstadt gestern die Flucht nach Cat Ba Island, einer Insel in der beruehmten Ha-Long-Bucht, angetreten haben.

Hier der Blick aus unserem Hotelzimmer

Hier machte unsere Nachbarschaft die Nacht zum Tag, aber dennoch gelang es uns, ein paar Stuendchen zu schlafen. Gluecklicherweise sind wir ja gaenzlich ungebunden und wechselten heute kurzerhand die Unterkunft. Im Anschluss mieteten wir einen Motoroller, um beim Strassenverkehr selbst etwas mitzumischen, und schnell kamen wir hinter das Geheimnis der hiesigen Beliebtheit des motorisierten Zweirades: Der Fahrtwind kuehlt den Koerper sehr wirksam auf ertraegliche Temperaturen. Der Nachteil: man kann schnell einen platten Reifen bekommen. Kurz vor Sonnenuntergang. Mitten in der Einoede. Das passierte uns heute gleich zweimal. (Das eine Mal nach Einbruch der Dunkelheit, was mir eine spannende Fahrt auf dem Ruecksitz eines Motorollers ohne Licht sowie einmal mehr das Erlebnis der Geraeuschkulisse in dschungelnahen Gebieten im Dunkeln einbrachte.)

Hier das Ergebnis des lohnenden Aufstieges auf einen der zahlreichen Gipfel im Cat-Ba-Nationalpark. Der 60jaehrige Oberbayer, der ganze 10 Minuten schneller war als wir, begruesste uns oben mit den spoettischen Worten: "Wo warts'n Ihr so lang? Habt's Ihr gschlaffa, oda a Zelt aufbaut?"

Aber allen Unannehmlichkeiten zum Trotz sind wir soweit sehr positiver Stimmung: Das Essen ist wirklich schmackhaft und abwechslungsreich, die Preise sind allesamt im Keller (5 Euro fuer ein Doppelzimmer pro Nacht) und die Menschen hier sehr freundlich. Wir freuen uns auf die weiteren Wochen und Abenteuer, die noch vor uns liegen.

Viele Gruesse ins kalte Deutschland
C. & A.

P.S.

Diese Schachtel lag bei einem lokalen Restaurant aus, und beinhaltet lebende Schildkroeten. Die liegen auch schon ein paar Tage da drin. Bei allem Entsetzen kann man sich aber dennoch mal fragen, ob es den europaeischen Tieren angesichts von Massentierhaltung und der Herstellungsweise von Produkten wie beispielsweise Gaenseleberpastete wirklich so viel besser ergeht.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Vietnam

Liebe Leser,

Nun ist es wieder soweit, eine neue Reise steht vor der Tür.
Morgen um 4:45 Uhr werden wir das Haus verlassen, um ca. 28 Stunden später (echt jetzt) in Hanoi, der Landshauptstadt Vietnams, aufzuschlagen. Die recht umständliche Route über Frankfurt und Taiwan brachte uns einen nicht unerheblichen preislichen Vorteil, aber sicher werden wir diese Entscheidung nach spätestens 10 Stunden bereits bereuen.
Von Hanoi aus werden wir in den nächsten vier Wochen Richtung Süden ziehen, um dann von Ho-Chi-Minh-Stadt aus den Rückflug anzutreten.
Naiverweise dachte ich ja zunächst, dass wir zu Beginn unserer Reise noch mit angenehmen Temperaturen rechnen könnten, doch leider ist dem nicht so:

Die milden 23° beziehen sich übrigens auf 3:53 nachts; die Zeitverschiebung im Vergleich zu Deutschland beträgt plus fünf Stunden.

Wie genau unser Weg verläuft wird sich zeigen. Wie immer haben wir nur die ersten paar Übernachtungen fest gebucht, der Rest wird sich ergeben. Aller Voraussicht nach werden wir Tauchen gehen, uns von den Einheimischen mit dem Motorroller über den Haufen fahren lassen und als europäische Gesandte eine Feuerzeug-Fabrik besichtigen. Wie es zu dem letzten Punkt kam, werde ich erzählen, wenn es soweit ist :-)

Wie immer freuen wir uns über Nachrichten aus der Heimat.
C. & A.

P.S.: Wir sind uns bewusst, dass wir Euch noch ein Fazit unserer letzten Reise schuldig sind. In jedem Fall können wir sagen, dass sechs Länder in sechs Wochen zu viele Länder sind, daher bleibt es diesmal bei diesem einen.