Dienstag, 3. November 2009

Drei Tage in den Bergen

Hallo noch immer aus Ninh Binh,
Die letzten drei Tage verbrachten wir in den nahe gelegenen Bergen in sehr urspruenglichen kleinen Doerfern, in denen wir die einzigen Touristen weit und breit waren.
Gemeinsam mit unserem Guide Xuan und seinem Fahrer machten wir uns am Samstag morgen in einem komfortablen Gelaendewagen auf den strapazioesen Weg in das ca. 200 km entfernte Dorf Pu Luong, das aus ca. 50 kleinen Bauernhoefen besteht.

Von links nach rechts: unser Fahrer, die 9-jaehrige Huyen und unser Guide. Uns beide kennt Ihr ja :-)

Wir wurden sehr herzlich empfangen und bestaunt, denn Menschen mit blonden Haaren sieht man hier wohl nicht alle Tage. Den ersten Tag und auch die Nacht verbrachten wir bei einer kleinen Familie bestehend aus Mutter, Vater und der Tochter Huyen. Ihr Zuhause besteht aus einem schoenen Holzhaus auf Stelzen, in dem sich – wie hier ueblich – nur ein grosser Raum befindet, in dem alle schlafen. (Manchmal auch acht Personen aus vier verschiedenen Generationen einer Familie.) Die Einrichtung war, wie nicht anders zu erwarten, sehr spaerlich, und die Reinlichkeit in manchen Hoefen hier liess fuer uns verwoehnte Europaer schon sehr zu wuenschen uebrig. In unserem Haus war es in Ordnung, aber in anderen Familien, die wir besuchten, wurde uns beispielsweise Tee angeboten, in dem sich noch einige Ameisen befanden (tote und lebendige), und ueber die Toiletten moechten wir auch nicht viele Worte verlieren.

Ein Haus aehnlich dem, in dem wir die Nacht verbrachten. Viel idyllischer geht es kaum.

Abgesehen von diesen kleinen Unannehmlichkeiten hatten wir viel Grund zur Freude: eine einmalige Landschaft, sehr leckeres Essen (wer haette es gedacht: Reis) und aeusserst nette Menschen. Zudem konnte uns unser Guide alle Fragen beantworten, die sich uns so stellten, beispielsweise, warum hier so viele Maenner lange Fingernaegel haben oder wie oft man hier die Tiere verspeist, die in Deutschland als Haustiere gehalten werden. (Dazu spaeter mehr.)

Der Reis steht hier schon in seiner vollen Bluete und wird in den naechsten Tagen abgeerntet. Durch die Terrassen ist gewaehrleistet, dass das Wasser gleichmaessig und langsam von oben nach unten alle Felder durchlaeuft.

Die Bauern betreiben die Landwirtschaft in erster Linie fuer ihre eigenen Mahlzeiten. Von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr abends (mit einer mehrstuendigen Mittagspause) arbeiten sie auf ihren Reisfeldern, die sehr durchdacht angelegt wurden. Kaum ein Haus verfuegt ueber Maschinen, allenfalls die Wasserbueffel helfen bisweilen, den schweren Pflug durch die Felder zu ziehen. Die Tiere der Hoefe landen zwar frueher oder spaeter im Topf, aber bis dahin fuehren sie ein relativ freies und glueckliches Leben, denn sie koennen sich fast den ganzen Tag frei bewegen und kommen abends freiwillig wieder zu ihrem Hof zurueck.
Wir sind viel durch die Berge gewandert, waren bei einigen Familien zu Gast, haben das ruhige hiesige Leben im Einklang mit der Natur kennen gelernt und auch so einiges ueber die Vielseitigkeit von Reis und Bambus erfahren.
Eine wunderschoene Zeit, an die wir sicher noch lange denken werden.
Im Anhang noch einige Portraet-Fotos aus den Bergen.
Viele Gruesse
C. & A.

Die aeltere der beiden Damen ist uebrigens die Oma, nicht die Mutter. Im Hintergrund ist das grosse Familienzimmer aehnlich dem unseren gut erkennbar.

Sehr schuechtern praesentiert uns diese junge Schoenheit ihr Sonntagskleidchen.

Gerade vom Sonntags-Markt heim gekehrt freut sich diese Frau ueber ihren nun leeren Warenkorb.

Einer der aelteren Dorfbewohner. Wir sahen auch 90-jaehrige Frauen, die noch sehr aktiv im Haushalt mitwirkten.

Freitag, 30. Oktober 2009

Tam Coc & Hoa Lu

Hallo zum zweiten Mal aus Vietnam,

Bevor wir uns fuer zwei Tage in die Wildnis verabschieden, wo es wohl kaum Strom und schon gar kein Internet geben wird, lassen wir mal wieder von uns hoeren.
Vorgestern waren wir in der Halong-Bucht, die zu den Finalisten bei der Wahl zu den neuen Weltwundern und auch zum UNESCO-Weltnaturerbe zaehlt. Bislang kannten wir sie nur von Bildern, aber erst nachdem wir fast einen gesamten Tag damit verbracht haben, uns von einem Boot aus einen Teil der etwa 2.000 Kalkfelsen anzusehen, konnten wir die Erhabenheit dieser Szenerie erfassen. Naturgruenes Wasser, einmalige Felsformationen, und dazwischen kaum mehr als ein paar einheimische Fischer mit ihren traditionellen Holzbooten.

Dieser Ausblick bot sich uns von einer grossen Hoehle, die ein beliebter Touristenanlaufpunkt ist. Hier sind im Gegensatz zum Rest der Bucht recht viele Boote zu sehen.

Heute verbrachten wir den Tag damit, uns von zwei Guides auf Motorraedern durch die Gegend chauffieren und uns die lokalen Sehenswuerdigkeiten naeher bringen zu lassen. (Kostenpunkt 6 Euro pro Person, inklusive Sprit.) Wir sahen einige chinesische Tempel, die typischen vietnamesischen Reisfelder, wieder viele Kalksteinformationen und noch einiges mehr.

Der Wasserbueffel sieht von weitem zwar ganz friedlich aus, aber als ich etwas weniger Distanz und seine volle Aufmerksamkeit hatte, war mir doch etwas mulmig zumute.

In einem Tempel uebernahm ein wohl taubstummer Einheimischer kurzerhand die Fuehrung fuer uns, und ehe wir uns versahen, befanden wir uns auf einer waghalsigen Klettertour in schwindelerregende Hoehen. Letztlich war es doch sehr lohnenswert, denn der Ausblick und die vom Guide (mit meiner Kamera) gemachten Fotos von uns haben die Strapazen voll ausgeglichen.

Als der Guide erstmal meine Kamera in der Hand hatte, wollte er sie garnicht mehr hergeben. Wir liessen ihm fuer 5 Minuten bzw. 30 Fotos die Freude.

Aktuell sind wir in Ninh Binh, einer kleinen Stadt ca. 90 km entfernt von Hanoi. Sie wurde uns als sehr ruhig und entspannt beschrieben, was zwar im Allgemeinen stimmt, jedoch fuer die Hauptstrassen keineswegs zutrifft. Der Verkehr ist hier aehnlich chaotisch wie schon in Hanoi, und vielleicht kann eine kurze Szene, die wir dort beobachten konnten, es am besten zeigen:



Weiterhin sind hier alle sehr freundlich und wir geniessen die Zeit. Abgesehen von dem Taifun, den sie fuer die naechsten Tage angekuendigt haben, fuehlen wir uns sehr sicher und haben viel Vertrauen in die Menschen hier, was bei unserem letzten Urlaub ja keineswegs immer der Fall war.

Viele Gruesse in die Heimat. Schneit es bei Euch schon? ;-)
C. & A.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Motorbike, cheap, cheap!

Hallo zusammen,

Hier unser erster Blogeintrag aus dem fernen Asien. Unsere Anreise war trotz der insgesamt recht langen Dauer recht angenehm. Ein grosses Lob an China Airlines, die ein tolles Unterhaltungsprogramm sowie ueberdurchschnittlich gutes Essen an Bord bieten.
In Hanoi zogen wir am Geldautomaten erstmal vier Millionen, leider nur Dong, keine Euro. Dann wieder – wie schon in Zentralamerika – die Massen der Taxifahrer, die sich um einen reissen. Gluecklicherweise wussten wir bereits von der Taxi-Mafia hier, die einen gerne zu Nachbauten der teuren Hotels chauffiert, mit einem Taxameter, das den dreifachen Takt der ueblichen Geraete zaehlt. Der chaotische Strassenverkehr als Produkt einer nicht vorhandenen Verkehrsplanung war wirklich extrem, selbst im Vergleich zu den Grossstaedten unserer letzten Reise. Dutzende von Motorollern, die sich gleichzeitig auf einer Strasse befinden, machen jede Ueberquerung trotz Ampeln und Zebrastreifen zu einem Abenteuer.

Selbst eine Strasse wie diese hier laesst sich heil ueberqueren, wenn man einfach nur selbstbewusst und mit gleichmaessig langsamem Tempo vorwaerts laeuft.

Die engen Gassen der Altstadt von Hanoi verspruehen unserem gedruckten Reisefuehrer zufolge ein Flair des "wahren Asiens", aber dank der ganzen Motoroller, den zum Teil aufdringlichen Strassenverkaeufern und der schwuelen Wetterlage war uns das schnell zu anstrengend, weswegen wir nach zwei Uebernachtungen in der Haupstadt gestern die Flucht nach Cat Ba Island, einer Insel in der beruehmten Ha-Long-Bucht, angetreten haben.

Hier der Blick aus unserem Hotelzimmer

Hier machte unsere Nachbarschaft die Nacht zum Tag, aber dennoch gelang es uns, ein paar Stuendchen zu schlafen. Gluecklicherweise sind wir ja gaenzlich ungebunden und wechselten heute kurzerhand die Unterkunft. Im Anschluss mieteten wir einen Motoroller, um beim Strassenverkehr selbst etwas mitzumischen, und schnell kamen wir hinter das Geheimnis der hiesigen Beliebtheit des motorisierten Zweirades: Der Fahrtwind kuehlt den Koerper sehr wirksam auf ertraegliche Temperaturen. Der Nachteil: man kann schnell einen platten Reifen bekommen. Kurz vor Sonnenuntergang. Mitten in der Einoede. Das passierte uns heute gleich zweimal. (Das eine Mal nach Einbruch der Dunkelheit, was mir eine spannende Fahrt auf dem Ruecksitz eines Motorollers ohne Licht sowie einmal mehr das Erlebnis der Geraeuschkulisse in dschungelnahen Gebieten im Dunkeln einbrachte.)

Hier das Ergebnis des lohnenden Aufstieges auf einen der zahlreichen Gipfel im Cat-Ba-Nationalpark. Der 60jaehrige Oberbayer, der ganze 10 Minuten schneller war als wir, begruesste uns oben mit den spoettischen Worten: "Wo warts'n Ihr so lang? Habt's Ihr gschlaffa, oda a Zelt aufbaut?"

Aber allen Unannehmlichkeiten zum Trotz sind wir soweit sehr positiver Stimmung: Das Essen ist wirklich schmackhaft und abwechslungsreich, die Preise sind allesamt im Keller (5 Euro fuer ein Doppelzimmer pro Nacht) und die Menschen hier sehr freundlich. Wir freuen uns auf die weiteren Wochen und Abenteuer, die noch vor uns liegen.

Viele Gruesse ins kalte Deutschland
C. & A.

P.S.

Diese Schachtel lag bei einem lokalen Restaurant aus, und beinhaltet lebende Schildkroeten. Die liegen auch schon ein paar Tage da drin. Bei allem Entsetzen kann man sich aber dennoch mal fragen, ob es den europaeischen Tieren angesichts von Massentierhaltung und der Herstellungsweise von Produkten wie beispielsweise Gaenseleberpastete wirklich so viel besser ergeht.

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Vietnam

Liebe Leser,

Nun ist es wieder soweit, eine neue Reise steht vor der Tür.
Morgen um 4:45 Uhr werden wir das Haus verlassen, um ca. 28 Stunden später (echt jetzt) in Hanoi, der Landshauptstadt Vietnams, aufzuschlagen. Die recht umständliche Route über Frankfurt und Taiwan brachte uns einen nicht unerheblichen preislichen Vorteil, aber sicher werden wir diese Entscheidung nach spätestens 10 Stunden bereits bereuen.
Von Hanoi aus werden wir in den nächsten vier Wochen Richtung Süden ziehen, um dann von Ho-Chi-Minh-Stadt aus den Rückflug anzutreten.
Naiverweise dachte ich ja zunächst, dass wir zu Beginn unserer Reise noch mit angenehmen Temperaturen rechnen könnten, doch leider ist dem nicht so:

Die milden 23° beziehen sich übrigens auf 3:53 nachts; die Zeitverschiebung im Vergleich zu Deutschland beträgt plus fünf Stunden.

Wie genau unser Weg verläuft wird sich zeigen. Wie immer haben wir nur die ersten paar Übernachtungen fest gebucht, der Rest wird sich ergeben. Aller Voraussicht nach werden wir Tauchen gehen, uns von den Einheimischen mit dem Motorroller über den Haufen fahren lassen und als europäische Gesandte eine Feuerzeug-Fabrik besichtigen. Wie es zu dem letzten Punkt kam, werde ich erzählen, wenn es soweit ist :-)

Wie immer freuen wir uns über Nachrichten aus der Heimat.
C. & A.

P.S.: Wir sind uns bewusst, dass wir Euch noch ein Fazit unserer letzten Reise schuldig sind. In jedem Fall können wir sagen, dass sechs Länder in sechs Wochen zu viele Länder sind, daher bleibt es diesmal bei diesem einen.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Zurück in der gemäßigten Zone

Wie viele von Euch schon mitbekommen haben sind wir am Freitag wieder gut im kalten Berlin angekommen.
Da ich aktuell zuhause über keinen Internet-(und auch Telefon-)Anschluß verfüge, gestaltet sich das weitere Schreiben etwas schwierig. Dennoch wird es noch ein paar Aktualisierungen hier geben, denn wir wollen zumindest noch ein Resümee unserer Reise erstellen. Zudem haben wir jetzt erst bemerkt, dass viele der Bilder nicht wie geplant anklickbar (und somit vergrößerbar) waren. Dies werde ich in den nächsten Tagen korrigieren.

Bis dahin
A.

Montag, 9. Februar 2009

Oh wie schoen ist Panama?

Hallo aus dem Zielort unserer Reise, aus Panama City!

Seit dem letzten Eintrag sind wir von Costa Rica nach Panama gereist und haben dort versucht, auf einer kleinen Insel eine nette Unterkunft zu finden. Wir sind zwar problemlos auf der Insel angekommen, jedoch wurde das einzige Hotel dort gerade geschlossen. Es gab am Tag zuvor einen schweren Sturm in Panama, der neben vielen anderen Schaeden auch Baeume umgeworfen hat und damit die Strom- und Wasserversorgung auf der Insel unterbrochen hat. Somit blieb uns keine andere Wahl, als fruehzeitig weiter Richtung Panama City zu fahren.

Ratet mal, was uns waehrend der Busfahrt passierte. Jawohl, wieder ein platter Reifen. Der vierte unserer Reise.

Wir haben bereits oft gehoert und gelesen, dass diese Stadt schoener und angenehmer als die anderen Grossstaedte Zentralamerikas sein soll. Leider mussten wir schnell feststellen, dass wir uns hier doch nicht so wohlfuehlen wie erhofft. Zur Veranschaulichung eine Begebenheit von heute mittag: nachdem uns wieder niemand die genaue Richtung nennen konnte, haben wir uns auf der Suche nach der gewuenschten Buslinie drei Querstrassen von unserem Hotel entfernt. Wir fragten eine Einheimische nach dem Bus, und diese erzaehlte uns etwas von "muy peligroso", also "sehr gefaehrlich". Gut, wir liessen uns nicht beirren und liefen weiter. Kurz darauf hupte uns ein Autofahrer an und winkte mit dem Zeigefinger warnend in unsere Richtung, als wuerde er sagen "Nein, nein, macht das nicht!". Hm, tatsaechlich war die Strasse sehr leer, auch wenn es hellichter Tag war, aber eine Minute spaeter wurde ein zweiter Autofahrer sehr explizit und bestaetigte unsere Vorahnung. Er hielt an und sagte uns in lauter Stimme durch das offene Fenster: "It is very dangerous here for you! Don`t walk in this street. Take a taxi and get out of here!" Ok, das wollten wir uns nicht noch oefter sagen lassen. Wir bekamen recht schnell ein Taxi und entkamen dieser unliebsamen Situation ohne Probleme, jedoch nicht ohne uns von dem Taxifahrer auch nochmal etwas von "muy peligroso" erzaehlen zu lassen.
Gut, die gefaehrlichen Gegenden in dieser Stadt kann man meiden, aber auch die schoeneren Viertel sind recht voll mit Autos und weniger charmant, daher werden wir von morgen bis Mittwoch noch auf eine schoene Insel fluechten, um dort ein paar Tage zu entspannen.

Ja, es gibt auch schoene Ecken in dieser Stadt. Hier sind wir auf einem Aussichtspunkt im Parque National Metropolitano.

Hier die Miraflores-Schleuse des Panama-Kanals. Dieses Schiff wurde fuer die Durchfahrt um ca. 8 Meter angehoben. Kann man die schlichten "Rettungsboote" oben erkennen? :-) (Wie immer vergroessert ein Klick das Bild.)

Das lokale Sprichwort "Panza llena, corazon contento" heisst uebersetzt: "Voller Magen, glueckliches Herz". Im Felizidad Express wurde ich sehr gluecklich, denn fuer knapp 3 Euro gab es circa 2kg Huehner-Chop-Suey. Das erste Mal seit langem, dass ich eine Portion nicht alleine geschafft habe. (Und wer mich kennt, weiss, dass ich nicht einfach satt zu bekommen bin :-)

Falls wir in Panama keinen Blog-Eintrag mehr machen koennen, werden wir dies in Deutschland bestimmt bald nachholen.

Liebe Gruesse und bis Freitag im kalten Deutschland
C. und A.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Unzuverlaessige Autos und exotische Tiere

Viele Gruesse aus Puerto Jimenez in Costa Rica!

Nachdem wir drei Tage an dem herrlichen Strand von Samara verbracht haben, konnten wir uns nur schweren Herzens von dort losreissen, aber angesichts unserer nunmehr knapp bemessenen Zeit war dies ein notwendiger Schritt. Und zudem ist zuviel Sonne ist ja auch nicht gut fuer die Gringo-Haut ;-)

In Samara-Beach gab es wirklich keinen Grund, nicht gluecklich zu sein

Zwei Tage spaeter, von denen wir wieder ca. 14 Stunden in diversen Bussen verbringen mussten, sind wir weiter im Sueden Costa Ricas angekommen, wo ein recht unberuehrter Dschungel und viele wilde Tiere unsere Abenteuerlust weckten. Unser Plan war, mit dem morgendlichen 6-Uhr-Bus (bzw. Truck) zu einer Ranger-Station zu fahren, um von dort ein paar Wanderwege (Trails) im Regenwald abzulaufen. Gestern abend lernten wir jedoch zwei sehr nette Herren aus Kanada kennen (50 und 85 Jahre alt), die uns anboten, uns in ihrem 4WD-Jeep die gleiche Strecke mitzunehmen. Das bedeutete u.a. eine Stunde mehr Schlaf, Zeit fuer ein Fruehstueck und nette Gesellschaft, also eine klare Sache :-) Gut, heute morgen ging es dann los. Nach einer Stunde hatten wir schon mehrmals den 4-Rad-Antrieb einsetzen muessen, um kleine Baechlein zu durchqueren oder wirklich steile Abschnitte zu ueberwinden. Eine echte Herausforderung also fuer die Art von Auto, die in deutschen Staedten meist voellig unterfordert die Einkaeufe vom Supermarkt nach Hause transportieren darf.

Damit sich ein Jeep ausgelastet fuehlt, muss man ihm auch mal anspruchsvolle Wege bieten

Kurz nach dem 5. Wasserloch allerdings machte ein Einheimischer auf sich aufmerksam, der uns mitteilte, dass mit unserem Auto etwas nicht in Ordnung sei. Upsi, da hatten wir doch tatsaechlich einen platten Reifen. Nun gut, es war keine schwierige Angelegenheit, dass Ersatzrad zu montieren, auch wenn es zu dieser fruehen Stunde schon knapp 30 Grad Celsius waren, die uns zum Schwitzen brachten.

Wenn zwei schuften, kann der dritte mit der Angel spielen. Warum auch immer :-)

Weiter ging die Fahrt, und neben einem Aasgeier und zwei Bueffeln am Wegesrand sorgten auch die stets praesenten Zikaden mit ihrem Gezirpe fuer ein schoenes Dschungel-Gefuehl. Leider war unser Daihatsu-Jeep kurze Zeit spaeter etwas ueberhitzt, und so schaltete sich die Klimaanlage aus. Ein offenes Fenster sollte fortan fuer Kuehlung sorgen, doch sobald ich zu Kurbeln begann, bemerkte ich auch schon dieses rhythmische, unschoene Geraeusch, welches den Verlust des naechsten intakten Reifens verkuendete. Das war nun wirklich ein Problem, denn mehr als ein Ersatzrad gab es nicht, und eine Tankstelle oder aehnliches war sicher weit entfernt. Wie um uns ihre Schadenfreude ins Gesicht zu lachen tummelten sich einige kleine Aeffchen in den Baeumen ueber uns und beobachteten unsere weitere Vorgehensweise in den naechsten Minuten. Wir halfen unseren beiden Gefaehrten noch, Hilfe anzufordern, und dann bestanden diese darauf, dass wir den Rest des Tages noch wie geplant mit dem Wandern verbringen sollten. (Nachmittags haetten sich unsere Wege so oder so getrennt.) Gut, wir konnten nun mal nicht weiter helfen, daher machten wir das Beste aus unserer Lage und wanderten noch einige Zeit durch den Wald, wobei wir noch echt tolle Naturerlebnisse hatten.
Nun noch einige Bilder von heute und den letzten Tagen. Morgen werden wir weiter Richtung Sueden reisen und in den naechsten Tagen Panama erreichen.

Diese nette Spezies konnten wir spaeter dabei beobachten, wie sie auf sehr interessante Weise das Innere einer Kokosnuss verspeiste

Macht der gerade ein Bild von uns? Na hoffentlich stellt er das nicht ins Internet.

Diese Aras (Macaws) sind wirklich das Farbenpraechtigste, was die Natur hier zu bieten hat

Diese Leguane werden bis zu 1.80 Meter lang

Zwar etwas unappetitlich, aber dennoch interessant, oder?